Initiative Madrenatura für flächendeckende Ökologisierung der europäischen Agrarpolitik

Wir geben hier Forderungen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) weiter, da wir diese voll unterstützen.

- Greening-Komponente muss verpflichtend für den Erhalt von Direktzahlungen sein
- Naturschutzfachliches Management der ökologischen Vorrangflächen erforderlich
-
Sofortiges Umbruchverbot für Dauergrünland

Bonn, 11. Dezember 2012: Vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussionen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf die aktuellen Ergebnisse eines Forschungsvorhabens zur Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) hingewiesen. Die neue Studie legt dar, dass eine Ökologisierung der GAP in der bevorstehenden Finanzperiode (2014-2020) für die Erreichung der Biodiversitätsziele in der Europäischen Union zwingend notwendig ist. „Der Verlust an biologischer Vielfalt in unseren Agrarlandschaften ist weiterhin ungebrochen, dies zeigen die dramatischen Bestandsrückgänge charakteristischer Feldvögel und zahlreicher anderer Artengruppen“, sagte BfN-Präsidentin , Prof. Beate Jessel bei der Vorstellung der Studie. Die Greening-Maßnahmen (nach Kommissionsvorschlag: Erhaltung Dauergrünland, Fruchtfolgevorgaben, 7% Ökologische Vorrangflächen) können laut Studie jedoch nur dann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten, wenn sie –-wie von der EU-Kommission vorgeschlagen– verbindlich an den Erhalt von Direktzahlungen geknüpft sind. Nur dann müssen sie auch in den landwirtschaftlichen Intensiv-Regionen umgesetzt werden.

„Wichtigstes Instrument im Rahmen des Greenings ist die verpflichtende Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen (ÖVF)“, so Beate Jessel. Die tatsächliche Wirksamkeit von ÖVF wird jedoch von der Ausgestaltung sowie der räumlichen Verteilung der Flächen und dem prozentualen Flächenanteil abhängen. Nach den Ergebnissen der Studie sollte deshalb bei ÖVF keinesfalls eine pauschale Stilllegung erfolgen. Vielmehr sollte ein Teil der ÖVF im Sinne der Biodiversität aktiv gemanagt bzw. unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Kriterien auch landwirtschaftlich nutzbar sein, wenn dabei ein mindestens gleich großer Nutzen für Natur und Umwelt entsteht. Um zusätzliche positive Effekte zu erlangen, sollten flankierend stets Management- und Beratungsmaßnahmen aus dem Fonds für die ländliche Entwicklung mit einem deutlich erhöhten EU-Anteil gefördert werden. Prof. Jessel: „Gerade in Intensivregionen können mit ökologischen Vorrangflächen nicht nur Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie sondern auch der Klima- und Ge-wässerschutzpolitik erreicht werden“. Dies gilt auch für die Greening-Anforderung zum Erhalt des Grünlands. Um jedoch den notwendigen Grünlandschutz zum Erfolg zu machen sowie effektiven Klima-, Wasser- und Bodenschutz zu betreiben muss das Grünlandumbruchverbot unbedingt mit sofortiger Wirkung gelten.

 

Dieser Beitrag wurde unter Biodiversität, Landwirtschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>